Brief 87 - Der Hund und der Wolf in Dir

Erstmal möchte ich mich für die schönen und inspirierenden Rückmeldungen auf den letzten Brief bedanken. Eine davon möchte ich gerne aufgreifen. Sie kommt von Georg, der schreibt: „JA! Think big! Lasst uns GROSS denken. GROSSzügig. GROSSmütig. GROSSherzig.

Der 1795 geborene einflussreiche schottische Essayist Thomas Carlyle fragt: "Du beklagst Dich, die Zeiten seien schlecht?" und antwortet: "Wohlan denn! Du bist eingeladen, aufgerufen, aufgefordert, das Deinige dafür zu tun, dass sie sich bessern.“

 

In diesem Zusammenhang erinnerte mich Georg auch an die Geschichte vom Tempel der tausend Spiegel, nach der ich nochmal recherchiert habe:

 

In Indien gab es den Tempel der tausend Spiegel. Dieser lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages erklomm ein Hund den Berg. Er lief die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel.

Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.

Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden besteht.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund den Berg hoch. Auch er lief die Stufen hinauf und betrat den Tempel.

Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.

Dieser Hund verließ den Tempel in der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden besteht, die ihm wohl gesonnen sind.

 

Ich möchte Dir die Frage stellen, welcher Hund in Dir wohnt? Und dazu kommt mir eine weitere tierische Geschichte in den Sinn. Die Geschichte von den zwei Wölfen:

 

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.

Einer ist böse. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

 

Wieder ist es die Kraft der Gedanken, die Dich und Deine Welt formen. Achte also darauf, welchem Wolf Du mit Deinen Gedanken fütterst.

Gerne auch mit den Gedanken aus meinen Briefen… Mit 100% ausgewählten Zutaten für den guten Wolf in Dir!