Vielleicht lässt Dich der Titel des Briefes befürchten, ich wäre an Weihnachten hängen geblieben… Doch auch wenn die Weihnachtszeit traditionell bis zum Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar dauert, bezieht sich der Titel auf die für mich entspannendste Botschaft am Anfang des neuen Jahres.
Ob wir uns viel vorgenommen haben, hehre oder hohe Ziele verfolgen oder es mit vielerlei Problemen zu tun haben: immer glauben wir, wir müssten ganz viel tun oder bräuchten den goldenen Einfall, um unsere Probleme zu lösen.
Aber das Entscheidende ist - wie in Brief 315 betont - dass es uns gibt, dass wir da sind.
Dies wird in besonderer Weise deutlich, wenn jemand krank oder in Not ist. Dann machen wir die Erfahrung, dass es das Wichtigste ist, dass wir einfach da sind.
Unser Dasein schafft ein Vertrauen, das sich zu Selbstvertrauen wandeln kann.
Stell Dir vor, Dir genügt es, dass Du da bist! Du musst nicht ständig etwas tun, Dich nicht immer weiter optimieren. Kein Höher, Schneller, Weiter mehr.
Du betrachtest Dein Leben als Geschenk, legst Dich hin und schläfst in himmlischer Ruh’…
Wie still wird dann die Nacht, wie entspannt der Tag, wie erlöst der Geist und wie erfüllt das Herz!
Es ist ein Gedanke, der sich auch im antiken China, im Taoismus findet. Dort spricht Laozi im Tao-te-king: Durch Nicht-Handeln bleibt nichts ungetan!
Was damit gemeint ist, möchte ich mit Dir die kommenden Wochen ergründen.
Dann ist Weihnachten endgültig vorbei und macht Platz für eine Reise zu unserer wahren Natur.
Schön, dass Du dabei bist!
