Gerne möchte ich den Gedanken zum Jahreswechsel nochmals aufgreifen:
Frieden auf Erden wäre, wenn wir uns achtungs- und würdevoll begegnen könnten.
Das wäre das Gegenstück zu dem, was wir „normal“ bezeichnen, der wirkliche Wendepunkt in der gesamten Geschichte, wie wir sie für richtig hielten. Eben die wahre Zeitenwende!
Vor 2.000 Jahren war es Kaiser Augustus, der der Auffassung war, dass Frieden das Ergebnis der richtigen Kriegsführung sei. Tragischerweise glauben wir das, was im römischen Reich geglaubt wurde, immer noch! Von früh bis spät hören wir die Botschaft, dass Frieden durch Stärke erkämpft werden muss.
Von diesem Siegfrieden sind wir bis heute erlösungsbedürftig.
Wenn wir die Weihnachtsbotschaft verstanden haben, wird uns klar, warum wir eine Woche später ein neues Jahr begehen. Damit alles anders wird! Indem wir aufhören mit der Geschichte, wie sie war: einer Aneinanderreihung von Populismus, Lüge, Macht und Gewalt.
Denn die Botschaft der Weihnachtsgeschichte war nicht, wie Jesus historisch zur Welt kam, sondern wie wir selbst von Gott her zu Menschen werden.
Wenn wir einander mit Achtung und Würde begegnen, interessieren wir uns wie selbstverständlich für die Hintergründe des Verhaltens unseres Gegenübers: Was ist ihm widerfahren, wodurch ist er so geworden, wovor hat er Angst?
Dann bekämpfen wir das uns Missfallende nicht mehr, wollen es nicht mehr ausrotten. Denn damit würden wir nur für noch mehr Ablehnung, Konkurrenz und Kampf sorgen. Und wiederholten das, was als Begründung für jeden Krieg dient: Der Kampf des Guten gegen das Böse.
Aber das Böse lässt sich nicht bekämpfen und besiegen, es lässt sich nur überlieben. Indem wir es in seiner Ursache begreifen und es damit von innen her überflüssig machen.
Es gibt keinen Weg zum Frieden,
Frieden ist der Weg.
Mahatma Gandhi
