Brief 315 - Die wahre Zeitenwende

Seit über 2.000 Jahren teilen wir unseren Kalender in eine Zeit vor und nach Christus und machen damit deutlich, dass die Person und Botschaft Jesu eine absolute Zeitenwende darstellt - eine Wandlung in allem, etwas vollkommen Neues. Offenbar das Ende eines unerträglichen Zustands, in dem wir uns befunden haben; nicht weniger als die Erlösung des Menschen, der sich von sich selbst entfernt hat.

 

Zur Feier dieser „Stunde null“ wurde vor wenigen Tagen traditionell der Text aus dem Lukas-Evangelium vorgelesen, wie die Engel über den Fluren von Bethlehem verkünden, es sei Frieden auf Erden bei den Menschen.

Wenn das keine Zeitenwende ist! Nur drängt sich dabei die Frage auf, was für ein Friede das sein soll?

 

Es ist der Friede, der bei den Menschen sein wird, die ihre Existenz in das Vertrauen auf die Güte einer Schöpferkraft setzen, die wir auch Gott nennen könnten. Denn alles, was der Mann aus Nazareth uns sagen wollte, besteht darin, dass wir als Individuen gemeint, geliebt und behütet sind.

 

In der Natur sind wir in weiten Teilen überflüssig. Sie hat uns hervorgebracht, aber sie würde uns nicht vermissen. Auch daher brauchen wir von Geburt an ein Gegenüber, das uns ermöglicht, auf ein Gefühl von Liebe und Geborgenheit zu vertrauen. Aber unter Menschen ist das nur relativ zu vermitteln. Wir sind alle begrenzt.

Umso mehr aber weisen wir mit allem, was Menschen guttut, was uns miteinander verbindet, was uns in Liebe umgreift, auf ein Absolutes hin, das wir mit dem Namen Gott verbinden.

 

Wie oft hat man diesen Gott in eine strafende Autorität verwandelt, die unseren Fehlern nachspürt und uns anklagt. Man hat aus ihm einen obersten Richter gemacht, vor dem wir Angst haben sollten.

Der Mann aus Nazareth hat das alles korrigieren wollen, um uns einen Gott zu bringen, der alle unterschiedslos meint - als Kinder des ewigen Königs im Himmel.

Das wäre der erlösende Wandel in der Sicht auf uns selbst und der Beginn des Friedens auf Erden. Wir würden lernen, uns mit einer solchen Hochachtung zu begegnen.

 

Das ist die wahre Zeitenwende. Lass sie durch Dich Wirklichkeit werden.

 

Dann wird 2026 so, wie ich es Dir wünsche: Ein frohes neues Jahr!