Noch einmal möchte ich Dir die Frage stellen, wie Du auf dem Pilgerweg durchs Leben unterwegs bist?
Bist Du ständig aktiv, ist Dein Tun von Produktivität und Leistung getrieben?
Bedenke: Das Leben braucht Dich nicht primär Deiner Taten wegen.
Das Leben braucht Dich als Kanal.
Nichtstun ist keine Bequemlichkeit.
Nichtstun schafft den Raum, in dem das Leben Dich finden kann.
Im dauernden Tun und Machen verlieren wir das größte Geschenk des Menschseins: Unsere Fähigkeit, einfach und bewusst zu sein.
Nichtstun bringt Dich zurück zur Wahrheit. In Deinen Körper. In die Gegenwart.
Im Nichtstun erhellt sich Dein Blick.
Im Schweigen hörst Du den Ruf Deines Herzens.
Im Stehenbleiben findest Du den Weg zurück in die natürliche Ordnung der Dinge.
Es ist an der Zeit, Dir selbst zu erlauben, einfach zu sein.
Das bedeutet nicht, dass Du nichts mehr tust - schon gar nicht, dass Du das lässt, was Dir und der Welt guttut, was Dich und andere nährt.
Es bedeutet, in Deinem Alltag Zeiten zu kultivieren, in denen Du ganz bewusst nichts tust.
Setze Dich hin, spür Dich, nimm Deinen Atem wahr. Wenigstens ein paar Atemzüge über den Tag verteilt, wann immer Dir danach ist.
Beobachte dabei, wie viel trotzdem geschieht. Dass Du eine Aufgabe erfüllst.
Gerade, weil Du nichts tust!
Du hast eine Aufgabe zu erfüllen.
Du magst tun was Du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein - wenn Du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle Deine Zeit vergeudet sein.
Rumi (1207-1273, persischer Mystiker und Dichter)
