Brief 149 - Frieden ist der Weg

Frieden in der Welt beginnt dort, wo Du zu einem Werkzeug des Friedens wirst.

Das unterstreicht auch Mahatma Gandhis legendärer Satz „Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg“.

 

Der im letzten Brief zitierte Text von Giannina Wedde verdeutlicht den Zusammenhang zwischen innerem und äußerem Frieden.

Warum bloß fällt es uns so schwer, unseren inneren Unfrieden einzugestehen und den Frieden zu unserem Weg zu machen?

Weil es ein anfangs unbequemer oder gar gefährlicher Weg weg ist! Aber auch einer, der reichlich belohnt.

Beides macht die Fortsetzung des Textes der letzten Woche deutlich:

 

Eine Bitte um Frieden ist ein gefährliches Gebet:

Es ist gefährlich für unsere Trägheit, unsere Halbherzigkeit, für unsere Starrsinnigkeit und unsere Unfähigkeit zur Veränderung.

Wenn wir also um Frieden beten, dann müssen wir bereit dafür sein, dass dieser Ruf uns aufbricht wie ein Hammer einen tönernen Krug - und was uns an Unfrieden und Kälte entweichen muss, wird uns erschrecken. Es wird uns erschrecken zu begreifen, wie sehr wir selbst Teil des Unfriedens sind, und wie sehr wir daran festhalten, mit unseren Gedanken, Worten und Taten, mit unseren Unterlassungen und unserem raffgierigen Streben nach persönlicher Erfüllung, das das größere Ganze nicht in den Blick zu nehmen gewillt ist, mit unserer Lust an Entzweiung, Überlegenheit und Macht.

Nach diesem Erschrecken aber, dem wir uns mutig stellen müssen, kann es geschehen, dass wir uns weiten wie der Himmel nach einem Gewitter. Dass wir Raum werden, in den Gott sein Wort des Friedens sprechen kann.

Dann erst wird unser Gebet lebendig, und dann erst wächst die zarte Möglichkeit, dieser Welt ein friedliches Gesicht zu verleihen.